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KARL
– HEINZ MOELLER
„Nördlich von Sienna“
" ... Schon zu DDR-Zeiten waren Moellers Bilder in den Galerien
der DDR, aber auch
anderswo zu sehen, z.B. in Prag. Die klassische Ausbildung in
Sachen Malerei bemerkt
man auch in seinen neuen Werken. Er bekennt sich zur Tradition,
indem er
am traditionellen, handwerklich gut durchgearbeiteten Gemälde
festhält Bei Moellers
Gemälden spürt man die Liebe zu dem Land, das nach 1986
immer mehr zu
seiner Wahlheimat wurde, zu It alien. Dort,an der ital ienischen
Riviera, verbringt er
einen großen Teil seiner Arbe it und sucht nach Motiven
für seine Bilder. Aber nicht
nur beim Sujet ist der Einfluß der italienischen Ku ltur
zu erkennen, sondern auch
die Malweise. Moel lers Malerei ist am ita lienischen Neoklassizismus
geschult, ein
Ma lst i I, der in den 2oer Jahren Welt geltung erlangt e. Dievereinfachten
a rch itekton
ischen Formen, dergroßfläch ige Fa rba uftrag, die
Veränderung der Perspektive, die
dem Bi ld eine magische Wirkung verleiht, laden Moellers Arbeiten
mit visueller
Spannung auf. Auffällig ist außerdem die Abwesenheit
menschlicher Wesen, was
den Eindruck der Leere verst ärkt. Der Bet rachter ist mit
einer mächtigen Architektur
konfrontiert. Moeller bezieht sich in seinen Gemälden auf
die Kunstgeschichte.
Er adaptiert aber keine historisch tradierten Malweisen, sondern
verarbeit et sie zu
zeitgenössischen Bildern. So widerspricht beispielsweise
sein hapt isch wirkender
Farbauftrag der kühlen St renge des NeoklassizismusDieserWiderspruch
ist gewollt
und wird von Moeller bei der Bildgestaltung bewußt eingesetzt."
Dr. Helmut Orpel, ART PROFIL, Heft 5, Jahrgang 2000
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