Ausstellungsdauer 8.8.-17.9.2019

DIE DAGELASSENEN III

KATRIN ENGELEN - Schmuck

DIE DAGELASSENEN III

 

Diese Ausstellung zeigt Malerei/ Grafik und Objekte von 8 Künstlern, die in den letzten Jahren ausgestellt haben. Es gibt immer Werke, von denen sich die Galeristen nach Ende der 6 wöchigen Ausstellung nicht trennen mögen und denen sie weitere Chancen geben, einen Interessenten und Käufer zu finden.

Dazu gehört z. B. das Acrylbild „Feuerland“ des Jenaer Architekten und Maler Falko Bärenwald, für das sich die Betrachter am Anfang des Jahres in den Abendstunden die Nase an der Scheibe platt gedrückt haben. Axel Frohn der „Uhrologe“ hat extra für die Ausstellung neue Objektuhren gebaut, nachdem in der gleichnamigen Ausstellung im April 17 einen Liebhaber gefunden hatten. Auch der Hallenser Künstler Moritz Götze, der seit 30 Jahren von der Galerie erfolgreich vertreten wird, hat extra seine neuesten Siebdrucke gebracht, die neben dagelassenen Emailbildern einen starken Akzent bilden werden. Matthias Zagon Hohl-Steins Vliesbilder lassen den Betrachter in die griechische Mythologie eintauchen.

Manfred Gabriels Bilder sind sicher die ruhigsten, aber nicht weniger eindringlichen Reflektionen seiner Stimmungen der Ostseeküste. Inge Jastram, die ab dem 19. 12. diesen Jahres anlässlich ihres 85 Geburtstages eine Personalausstellung haben wird, zeigt eindrucksvolle Frauenporträts und Zirkusimpressionen. Der Norweger Olav Thune wird mit seinen naiv zu nennenden Bildern einen ganz eigenen Akzent setzen.

Christian Lang aus Chemnitz, ein Meister grafischer Techniken beweist das in seinen Farbradierungen. Wie wichtig ihm das Sphärische in der Natur ist, zeigen auch seine großformatigen Acrylbilder.

Insgesamt bietet die Ausstellung einen guten Einblick in das Profil der Galerie.

 

KATRIJN ENGELEN ,1951 in Antwerpen/Belgien in einer Künstlerfamilie geboren, wanderte nach Südafrika aus, kehrte zeitweilig zum Studium an der Kunstakademie in Antwerpen zurück, das sie dann an der Universität in Stellenbosch in Südafrika, speziell auf dem Gebiet Schmuck und Gerät fortsetzte.

Nachdem sie als Designerin für eine Firma in Kapstadt tätig war und ihr eigenes Label entwickelte, wurde sie Dozentin an der Universität in Stellenbosch, wo sie gemeinsam mit ihrem Mann Dieter Dill, den sie im Ausstellungsreigen dieses Jahres ablöst, 20 Jahre wirkte. 1996 kehrten sie beide in die Heimat Dieter Dills zurück, in den Schwarzwald.

Das sind ungenügende Worte um das spannende Leben einer tollen Künstlerin und wunderbaren Frau zu erfassen.

1996 als sie gemeinsam mit dem Chemnitzer Künstler Christian Lang zu dem Thema HABITATE ausstellte, schrieb sie:

HABITATE –Der Ort wo man wohnt oder verweilt und wo man sich wohl fühlt. Da gibt es bei mir 3.

Belgien / Antwerpen wo ich geboren bin und bis zu meinem 10. Lebensjahr auf und hinter der Bühne (da bin ich fast geboren!)aufgewachsen bin.

Eine Welt voller Fantasie, Kunst, Gemälde, Kirchen mit Bleiglasfenstern, Holz geschnitzte Figuren, die alte Architektur, das Klassische.

Südafrika / Stellenbosch wo ich über 30 Jahr gelebt habe. Es wird gesagt, Kinder sind Affen/Bobbejane, die man im Berg fängt und der Schwanz abhackt damit sie Mensch werden! Ich hatte meine Bobbejaan Jahre und bin dort Mensch geworden, naturverbunden, erdgebunden, zufrieden mit wenig Raffinesse und neugierig Lösungen suchen und Kreativität einsetzen, für das was es nicht zu haben gibt.

Im Schwarzwald wohne ich jetzt schon über 20 Jahre. Alles geregelt, akkurat, nach Vorschrift.

 

Mit einer eigenen Dynamik und Schönheit. Die Welt rundum immer erreichbar.

Ein Reichtum für mich, 3 Habitate zu haben!

 

Dieser Reichtum ihres Lebens spiegelt sich auch in der Vielseitigkeit ihres Schmuckes wieder. Katrijn Engelen ist eine Sammlerin, die in den ihr begegnenden Materialien und Dingen die mögliche Verwandelung in ein Schmuckstück sieht.

Upscycling nennt sie es selbst, wenn sie z.B. Ziffernblätter von Damenuhren aus den 20 iger Jahren, die gilloschiert waren, emailliert und zu Kettenanhängern oder Ohrschmuck verwandelt.

Milkweed ist der Name eines Busches in Nordamerika. Wenn die Samenkapseln reif sind, springen sie auf und in ihrem herausquellenden baumwollähnlichen Inneren legen die Admiralschmetterlinge ihre Eier.

Sie legt Perlen hinein, gießt sie in Silber, schwärzt oder vergoldet sie. Ausdrucksstarke Anhänger für starke Frauen.

Ob Rinderknochen aus Afrika, Vogelstraußeierschale , Perlrochenhaut, Ebenholz, Koralle, Limoges Porzellan aus Frankreich, Kameen aus Griechenland - aus allen Materialien schafft sie in Kombination meist mit Silber ihre Schmuckstücke, ideenreich und handwerklich perfekt.

In neun thematisch geordneten Vitrinen zeigt sie Anhänger, Broschen, Colliers und Ohrschmuck aus unterschiedlichen Materialien, zum Thema Saat, Perlen, Koralle, Ebenholz, Edelstahl, Ziffernblatt, oder Perlrochen. In der Kombination miteinander lässt sie die Schönheit der einzelnen Materialien aufleben.

Es sind keine Nachbildungen von Naturformen in Edelmetall oder Stein, sondern die Motive werden zu schlichten Kunstformen entwickelt, bei denen Katrijn Engelen nie die Tragbarkeit aus dem Auge verliert, leicht, variabel und poetisch.

Die verschiedenen Facetten ihres Schmucks spiegeln ihre Lebenseinstellung wieder.

Ein Zitat von ihr ist. „Say it with flowers…“ das ihre Freude am Leben auch an Verspieltheit ausdrückt.

Was sie antreibt ist ein Herz für Sprache, eine Liebe zu Menschen, ein Bedürfnis zur Kommunikation und Zeit für Kreativität.

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© Ulrike-Sabine Möller