Ausstellungsdauer 19.12.-29.01.2019

Inge Jastram - Grafik

Karin Böhmer - "Verschlusssache" Schmuck

Ihr Künstlerkollege Joachim John hat die Grafikerin und Zeichnerin Inge Jastram einmal als eine der immer seltener werdenden „Kopfhandwerkerinnen“ bezeichnet, „die noch per Herz und Hand zeichnen können und die alte Stahlfeder wie die simple, scharf geschliffene Stahlnadel zu führen wissen.“  Unter Kunstfreunden und -sammlern hierzulande gilt sie als ‚Grande Dame‘ ihres Metiers. Die Künstlerin blickt auf sechs Schaffensjahrzehnte zurück, seit sie, die geborene Thüringerin, ihr Grafikstudium bei dem großen Buchillustrator Werner Klemke an der Kunsthochschule in Berlin-Weissensee abschloss und ihrem Bildhauergatten Jo Jastram in den Norden folgte, wo sie in Rostock, später dann in Kneese bei Marlow Atelier und Grafikwerkstatt einrichtete.

Inge Jastram ist in ihrer Kunst eine genaue, empfindsame und anteilnehmende Beobachterin gesellschaftlicher, familiärer und individueller Daseinsbedingungen und Schicksale, in deren Mittelpunkt Szenen aus dem Leben von Frauen und Mädchen hier und heute stehen: die „Junge Jüdin“, die „Alternde Frau“, „Die Fremde“. Als grafische Technik bevorzugt sie die Kaltnadelradierung, die ihrer künstlerischen Mentalität in ihrer knappen und direkten Ausdruckskraft am nächsten kommt. Manchmal werden Zeichnungen und Radierungen farbig gefasst. Eines der großen Themen der Bildwelt Inge Jastrams ist die Zirkuswelt mit ihren Artisten und Clowns. In diesen oft anspruchsvoll-großformatigen farbigen Zeichnungen und kolorierten Radierungen wird eine phantastische Welt der Kindheitsträume ausgebreitet, die gleichermaßen voller Altersweisheit ist, voller Assoziationen über Sinnhaftigkeit und Ungewissheit menschlicher Existenz.   

2019 war ein ereignisreiches Jahr der Künstlerin, in dem sie ihren 85. Geburtstag mit zahlreichen Ausstellungen feierte und mit dem Kulturpreis des Landes Mecklenburg-Vorpommern für ihr Lebenswerk geehrt wurde. Die Warnemünder Galerie von Ulrike und Peter Möller hat das Schaffen Inge Jastrams, die sozusagen zu den StammkünstlerInnen des Haues gehört, seit ihrer Gründung in den vergangenen drei Jahrzehnten mit zahlreichen Werkpräsentationen begleitet und gestaltet in einer Auswahl älterer und neuer Blätter einen Höhepunkt im zu Ende gehenden Galeriejahr 2019.

 

 Schmuck-Design“ steht auf den Schaufenstern von Karin Böhmers Geschäft am Großen Moor 23.  Dahinter steckt eine regelrechte Schatzkiste. Eine, in der sich nicht nur Silber und edle Steine zu einzigartigem Schmuck vereinen, sondern sogar ausrangierte Fahrradschläuche als originelle Ketten und Armbänder eine zweite Karriere beginnen – dank der geschickten Hände und der Phantasie von Karin Böhmer.
Seit drei Jahren ist die Designerin mit ihrem Werkstatt-Galerie-Geschäft am Großen Moor zu finden. Hier zeigt sie in Vitrinen ihren Unikatschmuck, bei dem garantiert kein Teil wie das andere ist. Hier steht die Werkbank, an der sie ihre Kreationen formt.
Gelernt hat Karin Böhmer den Beruf der Schmuckgürtlerin. „Dahinter steckt das Gleiche, was ein Goldschmied macht, nur im Unecht-Bereich“, erklärt sie. Eine Lehre als Goldschmiedin folgte, außerdem ein Schmuckdesign-Studium in Heiligendamm. Diese profunden handwerklichen und gestalterischen Kenntnisse sind der Kunsthandwerkerin sehr wichtig – für sie die Voraussetzung dafür, dass ihr Schmuck durch ausgezeichnete Qualität besticht.
Ganz viel Aufmerksamkeit widmet Karin Böhmer einem oft vernachlässigten Bestandteil von Ketten und Armbändern: dem Verschluss. Hier findet sie ganz individuelle Lösungen, die das Funktionselement zu einem Kettenglied machen, das jede Frau am liebsten nach vorn dreht. „Manchmal kommen sogar Kundinnen und sagen: Meine Kette sieht so trist aus, machen Sie mir doch bitte einen schönen Verschluss dafür“, erzählt die Designerin.
Individuelle Kettenanhänger und Ketten, Armreife und Ohrringe entstehen an der Werkbank im Geschäft. Ständig überlegt die Künstlerin neu, aus welchen Materialien sie Schmuck machen kann. Kleine Filzblüten, zwischen edle Steine gefädelt, sind Zeugnisse dieser kreativen Leidenschaft. Genauso wie die „Velo-Gum“-Ketten, die Karin Böhmer aus den Fahrradschläuchen flicht und mit kunstvollen Verschlüssen verfeinert. In ihrer raffinierten Schlichtheit veredeln diese Ketten jeden Auftritt und passen zur einfachen Alltagsgarderobe genauso wie zum großen Staat.
Dass die Designerin einfach nicht die Hände still halten kann, zeigen außerdem ihre Tragetaschen. Unter dem Label „Beutel-Meise“ näht Karin Böhmer aus originellen Stoffen ebensolche Taschen – die wie ihr Schmuck unbedingt einen Blick wert sind.

 

 

 

 

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© Ulrike-Sabine Möller