WOLFGANG REINKE - Malerei und Zeichnungen

KATHARINA BÖTTCHER - Keramische Objekte

Ausstellungsdauer 08.02. – 20.03.2018

Die Galerie führt in dieser Ausstellung zwei Künstler zusammen, die einander nicht kennen, die aber die Affinität zum Meer in völlig unterschiedlichen Genres eint.

Wolfgang Reinke in Malerei und Zeichnung Katharina Böttcher in Steinzeugbooten.

Beide kraftvoll, eindrucksvoll, herb.

 

Wolfgang Reinke, Jahrgang 1942, war von 1963 – 69 Standfotograf im DEFA-Studio für Spielfilme und hat anschließend an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig studiert. Ab 1975 war er freiberuflich als Maler und Grafiker in Hirschburg/ Vordarß tätig. Seit 1986 lebt er in Westberlin, hat die Beziehung zur Küste jedoch nie verloren.

Im Gegenteil scheint sie in der Stadt noch gereift zu sein, scheint ihm seine Verwurzelung in der norddeutschen Küstenlandschaft, in der sich seine Seele und sein Wesen am ehesten wiederspiegeln, im Stadtdasein bewusster geworden zu sein.

Die Intensität seiner Zeichnungen, meist in schwarzer Kreide ausgeführt, fesselt den Betrachter. „Die Landschaftsmalerei hatte mit der Schule von Barbizon, der Künstlerkolonie Worpswede (u.a. Fritz Mackensen, Paula Modersohn-Becker) und dem Impressionismus (u.a. Max Liebermann, Claude Monet) im 19. Jahrhundert ihre Blüte. Im Laufe der Zeit veränderte sich die Darstellungsweise der Landschaften. Während die Romantiker großen Wert auf die Vermittlung intensiver Gefühle durch die Natur und deren realistische Abbildung legten, wurde die Landschaftsmalerei expressionistischer Künstler vor allem durch eine farbintensive und abstrakte Wiedergabe charakterisiert.
Natur und Landschaft haben nach wie vor einen großen Einfluss auf die Wahrnehmungen und Empfindungen des Menschen. Die Bilder Wolfgang Reinkes sind dafür beispielgebend.. Reinkes Arbeiten zeugen von Dynamik und Kraft, aber auch von Melancholie und meditativer Ruhe. Seine Landschaftsdarstellungen mit dunklen, kräftigen Wolkengebilden, tosenden Wellen und mächtigen Felsen – Motive, die in Wolfgang Reinkes Schaffen immer wieder eine Rolle spielen – haben eine mitreißende Wirkung. Bei näherer Betrachtung offenbaren sich aber auch Stille, Gelassenheit und geheimnisvolle Stimmungen.
Einsame Ufer und Strände geben den Blick frei auf eine Wasseroberfläche, die seidig wirkt und eine Atmosphäre schafft, die den Menschen eins werden lässt mit der Natur. Reflektierende Lichtquellen sowie unaufdringliche, aber durchaus wirkungsvolle Farbakzente verleihen den Arbeiten eine ganz eigene Ausdrucksstärke.
Besonders in den mit schwarzer Kreide gefertigten Landschaftsmotiven, die oftmals das Meer, Küsten und überschwemmte Wiesen Mecklenburg-Vorpommerns zeigen, aber auch teilweise der Phantasie entsprungen und auf sehr realistische Weise umgesetzt worden sind, zeigt sich der Blick des gelernten Fotografen. Ein klarer Bildaufbau und kräftige Linien fesseln das Auge des Betrachters.“

Ihnen gehen in der Regel kleine Skizzen vor der Natur voraus, die dann mit in langem Stock eingeklemmter Kreide, auf dem Atelierboden stehend, ausgearbeitet werden. Sein Auge prüft, er korrigiert, bis er das ihm Wesentliche an der Landschaft erfasst hat. Tat er das viele Jahre auch in der Acrylmalerie, so zeigt diese Ausstellung erstmalig seine neuesten Arbeiten in der Technik der Ölmalerei.

 

Katharina Böttcher, Jahrgang 1951, ist gebürtige Hamburgerin, die Stadt, in der sie heute noch lebt und seit 30 Jahren ihr Keramikatelier betreibt. 1951 graduierte sie an der FHS Hamburg in Design. Noch während eines weiterführenden Studiums an der Kunsthochschule und Universität Hamburg eröffnete sie ihr Keramikatelier.

Die Liebe zum Wasser, zum Meer und zum Hamburger Hafen ist auch ihr Fundament für ihr künstlerisches Schaffen.

Ihre Faszination von den vielen Möglichkeiten des Werkstoffes, von der Auswahl des Tones, seiner Bearbeitung, unterschiedlichster Brenntechniken bis zu bildkünstlerischer Oberflächengestaltung  regt sie immer wieder zu neuen, experimentellen Ergebnissen an.

Über die Grenzen ihres Hamburger Ateliers hinaus sind ihr internationale Kontakte mit anderen Künstlern z. B. bei internationalen Symposien jährlich in Dänemark oder in der Türkei wichtig.

Eine Initialzündung in der Türkei, bei der sie die Schönheit archäologischen Fundstücken aus griechischer Zeit  für sich entdeckte, hat ihrem Schaffen wesentliche Impulse gegeben. Odysseus, Pompeji, oder Karthago  erfahren in ihren SchiffsObjekten eine künstlerische Adaption, die beeindruckend, diese Zeit wiederaufleben lässt . Die unebene, reliefhafte, farbige Oberflächengestaltung mit eingefärbte Engoben und Glasuren wird im Brennofen bei 1230 * vollendet.

Diese Ausstellung konzentriert sich auf 12 Schiffsobjekte, in denen sie auf Reisen gesammelte Eindrücke verarbeitet, aber auch aktuelle Themen, wie bei „Kofferreisende“ oder „Planet Earth First“, das an die Greenpeace Aktion anlässlich des G8 Gipfels in Hamburg erinnert, aufgreift.

Keramische Kunstwerke, die die Grenze zwischen angewandter und bildender Kunst verschwinden lässt und den Betrachter ästhetischen Genuß, aber auch geistige Anregungen vermittelt.

 


 

 

 

 

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© Ulrike-Sabine Möller