RAINER HENZE - Druckgrafik/Metallskulpturen

"Figuren - Theater"

Ausstellungsdauer 05.10. – 14.11.2017

Seit mehr als 30 Jahren stellt die Galerie in der Ausstellungsreihe „Vielseitige Künstler“ Persönlichkeiten vor, die nach genreübergreifenden Ausdrucksmöglichkeiten suchen. Diese Ausstellungsreihe könnte für den Hallenser Künstler Rainer Henze erfunden worden sein.

Während sich viele Künstler auch in anderen Genres erproben, betrachtet er in seinem Schaffen Grafik und Metallskulptur gleichwertig. Das Rüstzeug hat sich der 1952 in Leipzig geborene Künstler während seines Studiums an der Hochschule Burg Giebichenstein in Halle (1973-78) bei Prof. Irmtraud Ohme geholt. Das Material seiner Skulpturen ist überwiegend Stahl und Edelstahl, sowohl bei großformatigen Arbeiten für den Freiraum als auch in kleineren Skulpturen für Innenräume.

Für diese Ausstellung hat er sowohl Skulpturen aus poliertem Edelstahl, als auch geschwärztem Stahl ausgewählt.

Den Vorteil des Metallgestalters z.B. gegenüber dem Bildhauer sieht er darin, dass er die Verkörperung einer Idee bis zum endgültigen Erscheinungsbild selbst in der Hand behält, ohne Hilfskräfte oder Ausführende, wie sie beim Bildhauer die Bronzegießer darstellen.

Sein formaler Ausdruckskanon ist vielseitig. Florale Motive stehen nehmen abstrahierten, zeichenhaften, konstruktiven Motiven. Die menschliche Figur ist als durchgehendes Thema in der Metallgestaltung und der Grafik zu finden. Formen des magischen Spiels, inspiriert durch Literatur, greift er in seinen Blättern auf. Wie im Puppenspiel, das er auch selbst betrieben hat, teilen sich in seinen Grafiken die Figuren unbeschadet diese Welt.

Dementsprechend auch der Titel der Ausstellung „Figuren – Theater“ .

 

Seit etwa 1984 sind Feder- und Tuschezeichnungen für ihn zum wichtigen unmittelbaren Ausdrucksmittel geworden. Die Zeichnung ist für ihn immer noch die Mutter aller Künste.

Sie ist Ausgangspunkt für weiterführende Arbeiten an seinen Metallreliefs, aber besonders für seine Druckgrafik. Es gibt kaum eine druckgrafische Technik, die Rainer Henze nicht perfekt beherrscht. Er hat sie sich, nach Grieshaber, der Druckgrafik als ein Abenteuer bezeichnet hat, experimentell schon am Anfang seines Studiums erarbeitet.

Von 1985 bis 1989 war er jeweils bei den „100 ausgewählten Grafiken der DDR“ vertreten, eine Auszeichnung für hervorragende Qualität.

Ob in seinen Radierungen, oft kombiniert mit Prägedrucken, den tastbaren Reliefs auf Papier, Lithografien, Schablonendrucken oder  Hochdruckverfahren, ist der kompositorische Einfallsreichtum, die zeichnerische Virtuosität und die inhaltliche Gedanken- und Assoziationstiefe beeindruckend.

In ihnen erzählt er, ähnlich wie in den alten Bilderbögen Geschichten.

Vorrangig erotische Darstellungen, in denen er zurückgehend bis zu Adam und Eva, immer wieder das aufregende und das magnetische in den Beziehungen zweier Menschen zu variieren scheint. Seine Bühne dafür ist die Natur.

Hier finden sich Formen wieder, die wir von seinen Metallskulpturen kennen.

Diese Ausstellung ist seine vierte in der GALERIE MÖLLER.

 

 

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© Ulrike-Sabine Möller