Ausstellungsdauer 26.07. – 04.09.2018

KIRA KOTLIAR - Objekte/Malerei

MARJON REINSBERGER - Schmuck

Nach zwei Berliner Künstlern stellen in der Sommerausstellung jetzt zwei Hamburgerinnen ihre Arbeiten vor.

 

KIRA KOTLIAR

Seit gestern wird die Galerie von den zauberhaften, phantasievollen und farbenfrohen Wesen Kira Kotliars bewohnt.

Geboren ist sie1965 in einem verschneiten Winter in Wokuta, der Stadt, die durch eines der berüchtigsten Straflager Stalins, in dem ihr Vater 9 Jahre interniert war, zweifelhafte Berühmtheit erlangte. Seit ihrer Kindheit und dem Umzug nach St. Petersburg durchzieht ihre Biografie das Bedürfnis zu zeichnen. Kinderkunstschule, Puppentheater, Studium als Bühnenbildnerin an der Kunsthochschule für Theater, Musik und Film, Illustrationen für Zeitschriften und Bücher und Grafikerin an der Eremitage sind einige Stationen ihres Lebens in Russland.

Seit 1995 lebt sie in Hamburg, aber ich glaube ein Teil ihrer Seele ist in Russland geblieben. Sie bekennt, dass ihr Thema die russische Seele ist und meint, dass es noch mehr als die profane Welt gibt.

Sie bekennt sich zu Malern der russischen Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts, wie Mark Chagall. 1997 waren ihre ersten Arbeiten mit und für Kinder entstanden und im Völkerkundemuseum Hamburg beim Markt der Nationen ausgestellt.

Sie selbst hat sich damals keineswegs als Kunsthandwerkerin gesehen. Der Erfolg war aber durchschlagend und existenzsichern.

Schon In ihrer ersten Ausstellung 2003 schwebten ihre Wesen aus Papier, Watte und Farbe in einem igluähnlichen Gerüst in der Galerie.

Was hat sich inzwischen geändert ?

Anklänge an die russische Volkskunst waren und sind unverkennbar. Engel, Katzen, Pferde, Fische, Meerjungfrauen, Tänzerinnen und Akrobaten, schwerelos wirkend, mit leuchtenden Farben und archaischen Symbolen bemalt, und andere sympathische Wesen bevölkern ihre naiv-märchenhafte, heitere Welt.

Doch woher kommen die Samurai und die etruskischen Zeichen ?

Reisen und immer wieder Reisen sind für Kira Kotliar wichtig.

Kambotscha, Mexiko, Kuba, Venezuela, Vietnam, Indien oder Nepal wurden von Sehnsuchtsorten zu Erlebniswelten und fanden Niederschlag in ihren Skulpturen.

Ähnlich, wie vor Monaten bei der ebenfalls Hamburgerin Katharina Böttcher, die nach Entdeckung der Antike, auf ihren Schiffsobjekten bildnerisches aus der Epoche zitiert, hat es Kira Kotliar die etruskische Ornamentik angetan. So bilden in dieser Ausstellung die Schnecken auf Rädern und die Pferdeschaukel einen schlichteren Kontrast zu den farbig überbordenden anderen Skulpturen.

Ein ganzer Ständer  entführt uns nach Japan in die Welt der Samurai mit Löwen, Drachen, einer Geisha und über allem schwebt ein Engel…..

Sie sagt: "Engel wohnen im Himmel, und da sie leicht herunterfallen, müssen sie stets angebunden sein." Die Ambivalenz wird deutlich.

 

MARJON REINSBERGER, die dankenswerterweise kurzfristig für die erkrankte Marina Nörren eingesprungen ist, wurde geboren in Karlsruhe. Sie schreibt in ihrer Vita:

Graveurin und Goldschmiedin

Nach Abitur und Abschlüssen meiner Lehren, Arbeiten in verschiedenen Werkstätten, Studium an der Hochschule für bildende Künste und verschiedenen künstlerischen Weiterbildungen bin ich seit 1995 selbständig.

Seit 1995 zahlreiche Messen und Ausstellungen im In- und Ausland

 

Der Schmuck von Marjon Reinsberger ist obwohl in der Regel kleinformatig von einer bemerkenswerten, eigenwilligen Augenfälligkeit und dürfte seine Wirkung auf den Betrachter nicht verfehlen.

Sie schafft die Gradwanderung zwischen verspielten Formen und den Aufmerksamkeit erregenden, bizarren Strukturen ausgesuchter Edelsteine sowie dem Farbenspiel eingesetzter Edelmetalle.

Sie belässt Eigenart und Charakter der Materialien, um sie in der Kombination miteinander im Schmuckobjekt zu einem neuen Sinnzusammenhang voller Poesie zu fügen.

So entstehen unter ihren Händen nahezu zeitlose Schmuckstücke von besonderer Schönheit.

In Zeiten, die zunehmend durch digitale Technologien geprägt werden, droht auch die Schmuckgestaltung und – fertigung in Banalität und Belanglosigkeit zu versinken.

Um so mehr ist es für den Kenner eine große Freude und Genugtuung den unikaten Schmuck der Schmuckdesignerin zu betrachten und seine Einzigartigkeit zu genießen.

 

Sie sagt selbst:

-Alles schwebt, ob in der Luft, auf der Erde oder im Wasser, rings um mich herum schwirrt und sirrt, schwebt und lebt Wundersames. Überall finde ich Inspirationen. Ich muss die Welt nicht neu erfinden, denn mit ihren vielen Überraschungen trägt sie alles schon in sich.So soll auch mein Schmuck sein: voller Leben. Umgesetzt mit traditionellen Techniken wie zum Beispiel dem Emaillieren oder der Arbeit mit Porzellan. Wenn meine Schmuckstücke dann beim Kunden ein Lächeln ins Gesicht zaubern, habe ich alles richtig gemacht.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Ulrike-Sabine Möller