Ausstellungsdauer 29.11. – 05.01.2019

SYBILLE JUNGE "Am Strom" - Malerei und Zeichnungen

BRIT  KOLLESS - Schmuck

Nach den schwarzen Tusche- und Kohlezeichnungen der Dresdnerin Nadja Poppe folgt als letzte Ausstellung dieses Jahres der wahre Farbenrauch der Potsdamerin SYBILLE JUNGE.

Und doch: Beide haben viel Gemeinsames, das nicht auf den ersten Blick erkennbar ist. ‚Sie bauen sich ihre Welt, wie sie ihnen gefällt‘. Während man bei Nadja Poppe erst zum Schluss schmunzelt, kann man sich bei Sybille Junge gleich freuen. Nach ihrer Spezialität befragt, schrieb sie: „1000 kleine Dinge, Details, in Witz und Farbe“. Das das stimmt, konnten die Galeriebesucher in ihrer Personalausstellung 2002 erleben, aber auch in der Zwischenzeit, da sie immer mit neuen Arbeiten in der OFFERTE der Galerie vertreten ist. Ihre Malerei ist frei von Zeit und Raum, frei von klassischen Kompositionsprinzipien und hat dadurch eine Leichtigkeit, die nicht mit Oberflächlichkeit zu verwechseln ist.Ob sie folgerichtig in der Traumfabrik DEFA gelandet war, oder die Arbeit dort als Restauratorin im Requisitenfundus und als Regieassistentin, nach ihrer Ausbildung zur Holzbildhauerein in den Jahren 1982-85 -  ist letztlich unwichtig. Als dieses Kapitel durch die Wende ein Ende fand, war Sybille Junge schon voller Bilder. In ihnen offenbart sie uns ihr wirbelndes Universum mit Himmel und Wasser, mit Mensch und Tier, mit Sonne und Regen, voller Heiterkeit und Lebensfreude. Bildtitel wie „Schifffahrt mit drei Eff“ „Ich bin Kilemand Scharo“ „Trampolin, fliegen ohne Flügel“ oder „Fisch fliegt, Ball schwimmt“ zeugen von ihrer überbordenden Phantasie.

Der Regisseur Jörg Foth, mit dem sie bei der DEFA zusammengearbeitet hat, sagte 2014 bei einer Eröffnungsrede in ihrer Stammgalerie Sperl in Potsdam über sie: „Sybille Junges Bilder sind ein Feuerwerk ohne Kriegsgetöse und Brandgeruch. Ein Feuerwerk wie eine Sommerwiese voller Mohn. Wie Gärten voller Träume. Wie Sterne, still zum Greifen nah.

Sybille Junges Heiterkeit ist weder naiv, noch himmelhochjauchzend. Sie ist kein Keep Smiling. Ihre Heiterkeit weiß um die Welt. Sie ist eine abgrundtiefe, unheilbare. Jeder, der sich diesen Bildern öffnet, kann ihr Geheimnis spüren.  Es ist Identität. Die der Malerin mit ihren Bildern, aber auch die ihrer Bilder mit uns Betrachtern.“ Zitat Ende

 

Auch die Schmuckdesignerin BRIT KOLLEß hatte vor langer Zeit (1997) eine Personalausstellung und ist jedes Jahr mit einer neuen Kollektion im Angebot der Galerie vertreten. Ihr Schmuck ist nicht nur einmalig, er ist auch allein durch die angewandte Technik des Ziselierens, unverwechselbar. Sie stammt aus einer Handwerkerfamilie in der drei Generationen vor ihr Uhrmacher waren. Zunächst ließ sich die 1965 geborene Künstlerin in Lauchhammer, Arnstadt und Dresden, ihrer Heimatstadt, als Ziseleurin ausbilden. Zu ihrem ungewöhnlichen handwerklichen Talent gesellte sich der Wunsch, eigene Kreationen zu gestalten und herzustellen. Deshalb studierte sie Schmuckdesign in Heiligendamm. Dem schloss sich die Ausbildung zur Handwerksmeisterin in Cottbus und Frankfurt/ M an. Seit 1992 ist sie selbständige Designerin und seit 2006 gibt es ihre eigene Schmuckwerkstatt in Dresden. In der seltenen Technik des Ziselierens hat sie ihr Metier gefunden. Durch viele archäologische Funde ist belegt, dass das Ziselieren und das Treiben zu den ältesten Techniken der Metallbearbeitung zählt ( ca. 2700 v. Chr. ). Mit einem Hammer, der auf verschieden geformte Metallstifte ( Punzen ) geschlagen wird, wird das Silberblech spanlos plastisch verformt. Idealerweise wird dieses Blech vorher auf eine warme Kittmasse in der Ziselierkugel aufgekittet und diese bietet dann den gemäßigten Widerstand um exakte, komplizierte Formen aus dem Blech auszuarbeiten. So kann man schmückende Ornamente oder feine figürliche Szenen ziselieren. Zum Sehvergnügen kommt ein Tastvergnügen!

Sie schreibt: „Durch die umfassende Ausbildung im Ziselieren bis zur Handwerksmeisterin fühlte ich mich erst nach dem Designstudium dieser Technik wieder sehr verbunden und dekliniere immer wieder neue Möglichkeiten, Motive und Konstruktionen durch. Ich bin selbst erstaunt, was für eine endlose Liebesgeschichte sich daraus ergeben hat. Fast alle Schmuckstücke basieren auf dieser sehr aufwendigen Herstellung reliefartiger Körper. Die Schmuckstücke sind Einzelstücke in Silber patiniert - für eine eigenwillige antike Optik:“ Wie diese Ausstellung dokumentiert, liebt sie nicht nur das Ziselieren, rein ziselierte Stücke sind seltener geworden, sondern auch edle Steine aus aller Welt. Von z.B. Boulderopalen über, Karneol, Aventurin, Nesphrit, Amethyst, Mookait oder Tigerauge – sie alle bringen nicht nur Farbe, sondern gleichzeitig ihre Jahrtausende alte Geschichte in ihren Schmuck. Was wunderbar zu den Jahrtausenden alten Technik passt.

Brit Kolleß ist mit ihrem Schmuck nicht nur in vielen Galerien vertreten, u.a. hat sie die Amtskette des Bürgermeisters von Teterow gestaltet, sondern hat bei zahlreichen nationalen und internationalen Schmuckwettbewerben Auszeichnungen und Preise erhalten.

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© Ulrike-Sabine Möller