Ausstellungsdauer 16.05. - 25.06.2019

CHRISTINA RENKER, URSULA STROZYNSK - "von Ort zu Ort"  Keramische Skulpturen und Grafik

Zwei der renommiertesten Berliner Künstlerinnen stellen erstmalig zusammen in der GALERIE MÖLLER aus.

Christina Renker, die bereits 2007eine Personalausstellung in der Galerie hatte, ist 1941 in Altenburg geboren. Sie lebt nach einer Töpferlehre in Bürgel, ihrem Studium an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, Abteilung Keramik freiberuflich in Berlin-Pankow.

Das sie nicht nur national, sondern auch international sehr anerkannt ist, zeigen ihre Beteiligungen an Ausstellungen und Symposien wie den Keramikbiennalen in Faenza, Sopot und Valauris. Arbeiten von ihr sind im Besitz von Museen und Sammlungen, wie dem Kunstgewerbemuseum in Berlin-Köpenick, Märkischen Museum Berlin, Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen, Magdeburg, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Schloss Pillnitz, Grassimuseum Leipzig, Keramion Frechen, Keramikausstellungen Walbrzych und Boleslawiec, Polen

Christina Renkers Arbeiten sind schwer einzuordnen und der bildenden Kunst näher, als der angewandten. Zwar gab es und gibt es immer wieder neben ihren gebauten Objekten und Skulpturen auch Keramik für den Gebrauch, die bezeugen, dass Kunst und Handwerk für sie keine Gegensätze sind, aber am eindrücklichsten sind ihre „Köpfe“.

Geblieben ist die Bevorzugung des Tons als Gestaltungsmaterial. Mit Farben verleiht sie ihren Köpfen zeitlose Individualität, ohne portraithaft abbildend sein zu wollen. Ihre Köpfe sind weder naturalistisch noch idealisierend. Es sind völlig eigene, freie Formerfindungen, die von einer wunderbaren Präsenz und Faszination sind.

In dieser Ausstellung zeigt sie einen Einblick in das gesamte Spektrum ihrer Werkstatt.

 

Auch für URSULA STROZYNSKI ist seit 1977 Berlin der „Kulturboden“, den sie zum Leben und Arbeiten braucht. 1954 in Dingelstädt im Eichsfeld geboren, studierte sie Mitte der 70 iger Jahre Architektur an der TU Dresden, als die Zeichnung noch als die Mutter aller Künste, insbesondere auch der Architektur galt, und arbeitete danach als Diplom Ingenieurin. Diese Karriere brach sie 1977 schon nach einem knappen Jahr ab, zugunsten einer Existenz als freischaffende Künstlerin. Dieser Bruch war radikal, denn er bedeutete die Aufgabe der sozialen Sicherheit, schuf aber andererseits die uneingeschränkte Freiheit, endlich all das in ihr Schlummernde auszudrücken zu können.

Gleichwohl ist der Hang zur Architektur im grafischen Werk von Ursula Strozynski unübersehbar. Architektur ist die Konstruktion, die Struktur eines Gebildes, und diese legt die Künstlerin in den fast in allen ihren Motiven dominierenden Artefakten frei: die Konturen von Häusern ebenso wie die von Schiffen, einem Karussell, einem Liegestuhl, einer Gleisanlage.

Ihr Blick gilt dem unspektakulären, den “Nebenstraßen“ die sie mit eigenem verknappten Rhythmus in Zeichnung und hauptsächlich Kaltnadelradierung einfängt. Ein verlassener Liegestuhl, ein Mast, die Andeutung eines Horizontes genügen eine eindringliche Stimmung zu erzeugen, die in ihren Blättern immer ohne Menschen auskommt.

 

Kaltnadelradierung ist die Technik, bei der normalerweise mittels einer Stahlnadel Linien in eine Kupferplatte geritzt werden. Die fertige Platte wird mit Druckfarbe eingewalzt und anschließend so geputzt (u.a. mit dem Handballen), dass die Farbe nur noch in den Rillen verbleibt, aus denen dann gefeuchtetes Bütten-papier auf der Druckpresse unter hohem Druck die Farbe saugt, sodass sich die seitenverkehrte Wiedergabe des Eingravierten auf dem Papier wiederfindet.

Aber Ursula Strozynski verwendet keine Kupferplatten, sondern Gölzalon, eine vom VEB Gölzaplast produzierte Kunststoffplatte, die für den Modellbau gedacht war. Sie kaufte nach der Wende die alten Bestände.

 

Arbeiten von Ursula Strozynski befinden sich unter anderem in den Sammlungen der Nationalgalerie Berlin, der Ludwig Galerie Schloss Oberhausen, im Museum Junge Kunst Frankfurt/Oder und im Jüdischen Museum New York.

 

Beide Künstlerinnen leben in Berlin-Pankow.

 

 

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© Ulrike-Sabine Möller